FAQ's & Presse

Expert*innen der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft geben Antworten zu aktuellen bodenkundlichen Fragen und stellen ihre Antworten auf Presse- und Medien-Anfragen zur Verfügung:

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek


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FAQ - Martin Gerzabek

Wieviel Prozent der Landfläche (Österreich wie global) gelten als fruchtbar, bzw. für die Landwirtschaft geeignet?

Antwort: der weitaus größte Teil der tatsächlich für Landwirtschaft geeigneten Böden werden in Österreich auch für Landwirtschaft genutzt. Die landwirtschaftliche Fläche beträgt derzeit in Österreich 2,67 Millionen ha (Statistik Austria, 2016): dies umfasst ca. 44% Ackerflächen, ca. 54% intensives und extensives Grünland, sowie Obstbau, Weinbau und Spezialkulturen.

Global: werden 4,8 Milliarden ha landwirtschaftlich genutzt (FAO 2018).

Frage von Alfred Schwarzenberger Redakteur von „Am Schauplatz“

Antwort von Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek

16.2.2021

Wie tief reicht die fruchtbare Schicht des Bodens?

Nun, dies ist sehr stark von Klima und Ausgangsmaterial der Bodenbildung abhängig. So können seichtgründigere Böden mit ca. 15 cm Mächtigkeit bereits für extensives Grünland im Gebirge verwendet werden; der Qualitätsweinbau bevorzugt manchmal ebenfalls eher seichtgründigere, nicht zu nährstoffreiche Böden. Die meisten Ackerböden zeigen Mächtigkeiten von zumindest 25 cm bis ca. 2m Tiefe in Österreich, wobei die seichtgründigen Böden aufgrund der geringen Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit im Regelfall weniger fruchtbar sind. Dies drückt sich in der sogenannten Bodenzahl aus, die dann um Zu-und Abschläge aufgrund des Klimas ergänzt zur Ackerzahl wird, die dann als Grundlage für die Einheitswertberechnung eine landwirtschaftlichen Betriebes herangezogen wird. Die Fruchtbarkeit des Standortes selbst ergibt sich daher im Wesentlichen aus dem vorhandenen Bodentyp, der Profiltiefe, den verfügbaren Nährstoffgehalten, den klimatischen Verhältnissen und der Wasserbilanz des Standortes.

 Global gesehen, ist es im Prinzip ähnlich. Seichtgründigere, weniger fruchtbare Böden können für Weidehaltung herangezogen werden. Ackerflächen können in den Tropen noch wesentlich tiefgründiger sein als in Österreich (mehrere Meter), aber trotzdem nicht unbedingt fruchtbarer, aufgrund niedriger pH Werte, geringem Nährstoffspeichervermögen u.a.m.

Frage von Alfred Schwarzenberger Redakteur von „Am Schauplatz“

Antwort von Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek

16.2.2021

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