Die ÖBG trauert um Eduard Klaghofer

Ein Nachruf von Peter Strauss

Eduard Klaghofer hat sein Berufsleben nach dem Studium der Kulturtechnik mit Abschluss im Jahr 1969 im damaligen Bundesversuchsinstitut für Kulturtechnik und Technische Bodenkunde begonnen. Bereits 1974 schloss er seine Dissertation an der Universität für Bodenkultur zum Thema „Ein Beitrag zur Bestimmung der Verdunstung von einer freien Wasseroberfläche, von einem unbewachsenen und einem mit Gras bewachsenen Boden“ mit Auszeichnung ab. Dies zusätzlich zu seiner Tätigkeit für das Institut und der Absolvierung des Präsenzdienstes. Im selben Jahr wurde er dann zum Leiter der Abteilung kulturtechnische Bodenkunde, Hydrogeologie und Bodenwasserschutz ernannt, der späteren Abteilung „Bodenwasserwirtschaft und Bodenwasserschutz“. 1985 habilitierte er sich an der Universität für Bodenkultur im Bereich „Hydromelioration“ mit einer Arbeit „Zur Frage der Regelung des Bodenwasserhaushaltes schwerer Böden“. 1995 wurde er dann als Leiter des Institutes für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt im damals neu geschaffenen Bundesamt für Wasserwirtschaft bestellt. Diese Funktion übte er bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahr 2009 aus.

Diese Eckpunkte eines Berufslebens im Dienst des Staates Österreich können aber nur ansatzweise das beschreiben, was Eduard Klaghofer mit seiner Tätigkeit erreicht hat. Er hat – und das ist wirklich keine Übertreibung – den Bodenschutz und den Wasserschutz in Österreich maßgeblich vorangetrieben und geprägt. Er war ja in seinem gesamten Berufsleben in verschiedensten nationalen und internationalen Gremien in führender Rolle tätig hier nur ein unvollständiger Auszug:

  • Austrian Committee for Irrigation and Drainage
  • Interpraevent
  • Wissenschaftlicher Beirat Forschungszentrum Seibersdorf
  • Österreichischer Beirat für Bodenfruchtbarkeit
  • International Commission for Continental Erosion der IAHS

Und dann war da noch die Sache mit unserer Bodenkundlichen Gesellschaft Österreichs: Die Arbeit in unserer Gesellschaft hat er langjährig entscheidend mitgestaltet, zuerst als Mitglied, dann als Schatzmeister, dann als Präsident, dann als Altpräsident und schließlich als Ehrenmitglied.

Neben all diesen Tätigkeiten in Gremien und Interessenvertretungen hat er eine Vielzahl von Publikationen verfasst, die richtungsweisend für die Entwicklung des Bodenschutzes in Österreich waren. Wenn wir heute als selbstverständlich ansehen, dass wir unsere natürlichen Ressourcengrundlagen schützen müssen, sollte uns klar sein, dass vor uns Menschen da waren, die uns diesen Weg bereitet haben. Das Bewusstsein um die Endlichkeit unserer Ressourcen hat sich ja im Lauf der letzten 40-50 Jahre entscheidend verändert und Eduard hat praktisch sein gesamtes Berufsleben in den Dienst des Schutzes unserer natürlichen Ressourcen Boden und Wasser gestellt.

Dazu gehörte für Eduard auch die Weitergabe seines umfangreichen Wissens im Rahmen seines Lektorats an der Universität für Bodenkultur, wo er die Vorlesungen „Kulturtechnik für Landwirte“ und „Bodenwasserwirtschaft“ hielt. Hier hat er unzählige Studentinnen und Studenten mit seiner packenden und humorvollen Erzählweise begeistert. Davon zeugen auch viele Diplomarbeiten und Dissertationen, die er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit erfolgreich betreut hat.

Für alle, die ihn kannten, war Eduard ein Lichtblick und im Umgang mit ihm hatten selbst manchmal differenzierende Sichtweisen auf bestimmte Themen und Sachverhalte letztendlich den Effekt, dass eigene Anschauungen hinterfragt wurden und so einen besseren Blick auf die Wahrheit – die unser höchstes Ziel in der Wissenschaft sein muss – ermöglichten.

Du wirst uns fehlen!